TRIXI GRONAU Manufaktur · Wissen

Blindprägung ist eine Veredelung ohne Druckfarbe und ohne sichtbare Folie. Das Motiv entsteht durch die Verformung der Oberfläche. Je nach Verfahren wird Papier, Karton, Buchdecke oder ein anderes geeignetes Material zwischen zwei Formen geprägt oder mit einem Klischee unter Druck vertieft.
Die Wirkung entsteht durch Licht, Schatten und die fühlbare Veränderung des Materials. Auf geeigneten Oberflächen kann eine Blindprägung sehr zurückhaltend wirken und dennoch deutlich erkennbar sein. Gerade bei Softcover Büchern schätzen wir diese ruhige Form der Veredelung besonders.
Bei TRIXI GRONAU gehört Blindprägung zur handwerklichen Familientradition. Corinnas Eltern arbeiteten bereits 1965 mit diesem Verfahren. Heute bieten wir zwei unterschiedliche Formen der Blindprägung an.

Für eine plastische Blindprägung im Heidelberger Tiegel arbeitet man mit zwei genau aufeinander abgestimmten Werkzeugen. Die metallene Matrize trägt das gravierte Motiv. Dazu gehört die passende Patrize als Gegenform.
Papier oder Karton werden zwischen beiden Formen unter hohem Druck verformt. Dadurch kann ein deutliches dreidimensionales Relief entstehen. Die Prägetiefe wird nicht nur über den Druck bestimmt. Auch Materialstärke, Aufzug und Unterlegung beeinflussen das Ergebnis.
Besonders geeignet sind Papiere und Kartons mit genügend Volumen und Verformbarkeit. Das Material soll sich prägen lassen, ohne an den beanspruchten Stellen zu reißen oder beschädigt zu werden.

Auf unseren Prägepressen von Schmedt und Baier kann ebenfalls blind geprägt werden. Der Arbeitsablauf ähnelt der Heißfolienprägung, allerdings wird keine Folie verwendet. Das Klischee wird direkt mit Kraft in die Oberfläche gedrückt.
Dadurch entsteht eine Vertiefung, die durch Form, Licht und Schatten sichtbar wird. Je weicher und nachgiebiger das Material ist, desto deutlicher kann die Prägung hervortreten. Besonders gut eignet sich diese Arbeitsweise für Softcover Bücher, Buchdecken, Karton und geeignete Bezugsmaterialien.

Im Atelier prägen wir unter anderem Karton, Softcover Bücher, Notizbücher, Fotoalben, Gästebücher, Mappen, Leder und lederähnliche Materialien blind.
Jedes Material reagiert anders. Ein fester Karton benötigt eine andere Einstellung als eine weiche Buchdecke. Deshalb gehört die Probeprägung auch hier zum Arbeitsablauf. Erst am tatsächlichen Material zeigt sich, wie deutlich das Motiv sichtbar wird und wie viel Druck sinnvoll ist.
Ein besonderer Effekt kann bei thermoreaktiven Bezugsmaterialien entstehen. Bei Materialien wie Kanuba verändert sich die Farbe durch die Wärme während der Prägung. Die geprägte Stelle wird etwas dunkler.
Dadurch wirkt die Blindprägung nicht nur durch die Vertiefung. Zusätzlich entsteht ein sichtbarer Tonwertunterschied im Material. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt vom jeweiligen Bezugsmaterial, von der Temperatur und von der Prägezeit ab.
Dafür gibt es aus unserer Sicht keinen allgemeinen Zahlenwert, der für jedes Material und jedes Motiv passt. Die richtige Prägetiefe ist eine Frage von Materialkenntnis und langjähriger Erfahrung.
Für Corinna ist entscheidend, dass das Motiv auf dem jeweiligen Produkt klar und gut erkennbar ist. Gleichzeitig darf das Material nicht unnötig stark belastet oder beschädigt werden. Eine gute Blindprägung muss also nicht maximal tief sein. Sie muss genau so deutlich sein, wie es Motiv und Material verlangen.
Klare Schriftzüge, Initialen, Logos und grafische Motive eignen sich besonders gut. Auch individuell entworfene Motive für Glückwunschkarten können durch Blindprägung eine sehr persönliche Wirkung erhalten.
Bei eigenen Karten beginnt die Gestaltung häufig mit einer Vorstellung im Kopf. Daraus wird das Motiv entwickelt, anschließend wird das passende Klischee angefertigt und das Material ausgewählt. Der spannendste Moment ist die erste fertige Prägung. Wenn Motiv, Material und Wirkung genau so zusammenkommen, wie es beim Entwurf gedacht war, ist das für Corinna jedes Mal ein besonderer Moment.

Bei der Heißfolienprägung wird eine sichtbare Folie mit Wärme und Druck auf das Material übertragen. Bei der Blindprägung wird ohne sichtbare Folie gearbeitet. Die Wirkung entsteht durch die Formung des Materials selbst.
Beide Verfahren können auf ähnlichen Prägepressen und mit ähnlichen Klischees ausgeführt werden. Das sichtbare Ergebnis ist jedoch unterschiedlich. Heißfolienprägung setzt zusätzlich eine farbige oder metallische Oberfläche. Blindprägung bleibt materialbezogen und wirkt über Tiefe, Licht und Schatten.
Blindprägung ist keine Thermografie und kein Reliefdruck. Beim Reliefdruck beziehungsweise bei der Thermografie wird zunächst mit Farbe gedruckt. Auf die noch feuchte Farbe kommt Thermografiepulver, das unter Wärme aufschmilzt und eine erhabene Farbschicht bildet.
Bei der Blindprägung wird dagegen das Material selbst verformt. Es entsteht keine erhabene Farbschicht.
Beim Buchdruck beziehungsweise Letterpress wird Druckfarbe von einer erhabenen Druckform auf Papier übertragen. Je nach Arbeitsweise kann dabei eine fühlbare Vertiefung entstehen.
Bei der Blindprägung wird ohne Druckfarbe gearbeitet. Die Verformung der Oberfläche ist hier das eigentliche Gestaltungsmittel.
Blindprägung gehört seit Jahrzehnten zur Arbeit unserer Familie. Die Erfahrung reicht bis in die Druckerei und Buchbinderei von Corinnas Eltern zurück. Heute verbinden wir diese handwerkliche Erfahrung mit eigenen Entwürfen, modernen Bezugsmaterialien und unterschiedlichen Prägepressen.
Wir können sowohl plastische Blindprägungen mit Matrize und Patrize im Tiegel als auch Vertiefungsprägungen mit Klischee auf Prägepressen umsetzen. Welche Technik eingesetzt wird, hängt von Produkt, Material, Motiv und gewünschter Wirkung ab.
Nein. Die klassische Blindprägung arbeitet ohne Druckfarbe und ohne sichtbare Prägefolie. Die Wirkung entsteht durch die Verformung des Materials.
Bei einer plastischen Blindprägung im Tiegel bilden Matrize und Patrize zwei passgenaue Gegenformen. Das Material wird zwischen ihnen verformt und erhält dadurch das Relief.
Ja. Karton eignet sich je nach Stärke und Beschaffenheit sehr gut. Entscheidend ist, dass das Material die Verformung verträgt und das Motiv klar erkennbar wird.
Thermoreaktive Materialien verändern durch Wärme ihre sichtbare Oberfläche. Bei Kanuba kann die geprägte Stelle zum Beispiel etwas dunkler werden. Dadurch wird die Prägung zusätzlich optisch betont.
Nein. Die Prägetiefe muss zum Material und zum Motiv passen. Entscheidend ist, dass das Motiv klar erkennbar ist, ohne das Produkt unnötig stark zu belasten.
Ja. Auf Prägepressen wie Schmedt Prägnant oder Baier kann ähnlich gearbeitet werden, nur ohne Folie. Für plastische Tiegelprägungen mit Matrize und Patrize wird dagegen anders eingerichtet.