TRIXI GRONAU Manufaktur · Wissen

Heißfolienprägung ist ein Veredelungsverfahren, bei dem eine Prägefolie mit Wärme und Druck auf ein Material übertragen wird. Anders als beim klassischen Druck mit flüssiger Farbe entsteht die Farbwirkung durch eine dünne Übertragungsschicht auf der Folie. Je nach Folie kann sie metallisch glänzen, matt wirken, farbig, weiß, schwarz oder besonders leuchtend sein.
Das Motiv wird mit einem erwärmten Prägestempel oder einzelnen Prägebuchstaben auf das Werkstück übertragen. Wärme, Druck, Prägezeit, Folie und Material müssen dabei zusammenpassen. Auf Papier, Karton, Buchdecken, Leder und anderen geeigneten Oberflächen kann die Heißfolienprägung Schrift, Initialen, Logos und grafische Motive klar hervorheben.
Die Prägefolie liegt zwischen Werkzeug und Werkstück. Unter Wärme und Druck löst sich die vorgesehene Übertragungsschicht vom Träger und verbindet sich an den Stellen mit dem Material, an denen das erhitzte Werkzeug aufliegt. Nach dem Prägevorgang wird die Folie abgezogen. Zurück bleibt das Motiv auf der Oberfläche.
Ob eine Prägung sauber gelingt, hängt nicht nur von der Temperatur ab. Auch der Anpressdruck, die Kontaktzeit, die Oberflächenstruktur des Materials und die verwendete Folie beeinflussen das Ergebnis. Deshalb wird im TRIXI GRONAU Atelier vor der eigentlichen Arbeit eine Probe angefertigt. Erst danach werden die Einstellungen für die Ausführung festgelegt.

Im Atelier arbeiten wir unter anderem mit einer Baier Prägepresse und einem Schmedt Prägnant. Die Baier Prägepresse eignet sich mit ihrem Folienvorschub besonders für wiederkehrende Prägungen und Auflagen. Der Schmedt Prägnant wird für feine Einzelarbeiten und Personalisierungen eingesetzt.
Als Prägewerkzeuge verwenden wir vor allem Klischees aus Messing sowie einzelne Prägebuchstaben. Im Atelier sind außerdem Schriften aus Blei vorhanden. Für ein Logo, ein festes Motiv oder eine wiederkehrende Gestaltung wird ein passendes Klischee angefertigt. Namen und Initialen können dagegen aus einzelnen Buchstaben zusammengesetzt werden.

Ein Klischee ist die erhabene Druckform, die das Motiv trägt. Schriftzüge, Logos oder grafische Elemente werden so vorbereitet, dass das erwärmte Klischee die Folie nur an den vorgesehenen Stellen auf das Material überträgt. Bei individuellen Motiven beginnt die Arbeit deshalb schon vor der eigentlichen Prägung mit Entwurf und Herstellung des passenden Werkzeugs.
Der erste Prägevorgang mit einem neu angefertigten Motiv ist für uns immer ein besonderer Moment. Erst wenn die Folie abgezogen wird, zeigt sich, ob Material, Folie, Werkzeug und Einstellung gemeinsam genau die Wirkung erzeugen, die beim Entwurf vorgesehen war.

Im TRIXI GRONAU Atelier prägen wir unter anderem Papier, Karton, Buchdecken und Leder. Typische Arbeiten sind Notizbücher, Gästebücher, Fotoalben, Schlüsselanhänger, Etuis, Mappen, Geschenkboxen, Karten und kleine Firmeneditionen.
Nicht jedes Material reagiert gleich. Eine glatte Oberfläche verhält sich anders als ein stark strukturiertes Papier oder ein weiches Leder. Gerade strukturierte Papiere sind anspruchsvoll, weil die Folie nicht immer gleichmäßig auf allen Erhebungen und Vertiefungen haftet. Deshalb lässt sich die Eignung einer Material Folien Kombination nicht allein nach dem Aussehen beurteilen.

Heißfolienprägung ist nicht auf Gold und Silber beschränkt. Im Atelier verwenden wir unter anderem Gold, Silber, Kupfer, Roségold, Blau, Bordeaux, Weiß, Schwarz und Neonfarben. Daneben gibt es Folien mit besonderen Oberflächen und Effekten.
Bei freier Gestaltung wird die Folie so ausgewählt, dass sie zum Material, zum Produkt und zum Kunden passt. Bei Firmenaufträgen kann die Folienfarbe außerdem eine vorhandene Markenfarbe aufnehmen. Entscheidend ist jedoch immer die Probe auf dem tatsächlich verwendeten Material, denn dieselbe Folie kann auf unterschiedlichen Oberflächen verschieden wirken.
Namen, Initialen oder kurze Schriftzüge können aus einzelnen Prägebuchstaben gesetzt und anschließend mit Folie geprägt werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Notizbücher, Fotoalben, Lederwaren oder Geschenke individuell anfertigen, ohne für jeden Namen ein eigenes Klischee herstellen zu müssen.
Für Logos, längere Schriftzüge und komplexere Motive wird dagegen meist ein eigenes Klischee verwendet. So können auch wiederkehrende Firmeneditionen oder individuell entwickelte Motive präzise umgesetzt werden.

Eine gelungene Prägung ist klar, sauber und vollständig. Die Folie steht gleichmäßig auf dem geprägten Material, die Konturen des Motivs sind deutlich und unerwünschte Folienreste außerhalb des Motivs sollen nicht sichtbar sein.
Ein typischer Fehler entsteht, wenn sich die Folie nicht vollständig vom Trägermaterial löst. Dann erscheint das Motiv nur teilweise oder gar nicht. Ursache kann das Zusammenspiel aus Folientyp, Material, Temperatur, Druck oder Prägezeit sein. Genau deshalb gehört der Probedruck beziehungsweise die Probeprägung für uns zum Arbeitsablauf.
Bei der Heißfolienprägung wird eine sichtbare Folie auf das Material übertragen. Bei der Blindprägung wird ohne Folie und ohne Druckfarbe gearbeitet. Dort entsteht die Wirkung allein durch die Verformung der Oberfläche. Beide Verfahren arbeiten mit Druck und einem Prägewerkzeug, erzeugen aber eine deutlich andere optische Wirkung.
Die Blindprägung erhält im Glossar eine eigene Seite, weil Materialwahl, Prägetiefe und Wirkung dort andere Schwerpunkte haben.
Beim Reliefdruck beziehungsweise bei der Thermografie wird zunächst mit Farbe gedruckt. Auf die noch feuchte Farbe kommt Thermografiepulver, das unter Wärme aufschmilzt und eine erhabene Farbschicht bildet. Bei der Heißfolienprägung wird dagegen eine Folie mit einem erhitzten Werkzeug direkt auf das Material übertragen.
Beide Verfahren können Schrift oder Motive hervorheben, technisch funktionieren sie jedoch grundverschieden. Heißfolienprägung ist besonders dann interessant, wenn eine metallische, farbige oder spezielle Folienoberfläche gewünscht ist.
Beim klassischen Digitaldruck wird das Motiv ohne Prägestempel direkt aus digitalen Daten mit Toner oder Tinte erzeugt. Die Heißfolienprägung benötigt dagegen ein Werkzeug, Wärme, Druck und eine dafür geeignete Prägefolie. Dadurch entsteht eine andere Oberflächenwirkung und bei vielen Materialien zusätzlich eine leichte fühlbare Prägung.
Das Prägen gehört seit vielen Jahren zu unserer Arbeit. Die handwerkliche Grundlage wurde innerhalb der Familie weitergegeben. Corinnas Mutter, gelernte Buchbinderin, brachte ihr das Heißfolienprägen bei. Vieles wurde anschließend durch praktische Arbeit weiterentwickelt. Material, Werkzeug und Folie reagieren immer wieder anders. Erfahrung entsteht deshalb nicht nur durch Regeln, sondern durch viele reale Prägungen und das genaue Beobachten des Ergebnisses.
Zu unseren Arbeiten gehören personalisierte Einzelstücke ebenso wie Firmeneditionen. Ein dokumentiertes Beispiel ist ein holografisches Notizbuch mit dem Schriftzug „Right here, Right now, Right tomorrow“ für Dentsu. Für Louis Vuitton wurden Bücher als Geschenke für Mitarbeiter geprägt.
Besonders gern arbeiten wir auch mit unterschiedlichen Buchdecken und Lederoberflächen. Gerade hier zeigt sich, warum eine Probe vor der Ausführung wichtig ist. Nicht jede Folie, die auf Papier sehr gut funktioniert, liefert auf Leder oder einer beschichteten Oberfläche automatisch dasselbe Ergebnis.
Nein. Folientyp und Material müssen zueinander passen. Deshalb testen wir die gewünschte Kombination vor der endgültigen Prägung.
Nein. Namen und Initialen können häufig aus einzelnen Prägebuchstaben zusammengesetzt werden. Für Logos, feste Schriftzüge und komplexere Motive wird in der Regel ein eigenes Klischee angefertigt.
Ja. Neben Gold und Silber gibt es zahlreiche Farben und Oberflächen, darunter Kupfer, Roségold, Blau, Bordeaux, Weiß, Schwarz und Neonfarben.
Weil Material, Folie, Temperatur, Druck und Prägezeit gemeinsam das Ergebnis bestimmen. Eine Probe zeigt, ob die Folie sauber überträgt und welche Einstellung für das konkrete Werkstück geeignet ist.
Nein. Bei der Heißfolienprägung wird eine sichtbare Folie übertragen. Bei der Blindprägung entsteht die Wirkung ohne Folie allein durch die Verformung des Materials.
Je nach Material und Form beispielsweise Notizbücher, Gästebücher, Fotoalben, Lederwaren, Schlüsselanhänger, Etuis, Mappen, Karten und Geschenkboxen.