TRIXI GRONAU Manufaktur · Wissen

Papier wird oft zuerst über sein Flächengewicht beschrieben. Für die Wirkung eines Druckstücks reicht die Grammatur allein jedoch nicht aus. Zwei Papiere mit demselben Gewicht können durch unterschiedliches Volumen, ihre Oberfläche und ihre Faserstruktur vollkommen verschieden wirken und sich auch unterschiedlich anfühlen.
Bei TRIXI GRONAU beginnt die Papierwahl deshalb nicht mit einer Zahl. Papier wird angesehen, in die Hand genommen, gebogen und mit dem vorgesehenen Druckverfahren zusammengedacht. Grammatur, Volumen, Farbe, Oberfläche und später auch die Laufrichtung gehören gemeinsam zur Beurteilung.
Papier ist für uns kein neutraler Träger. Es ist Teil der Gestaltung.
Der Umgang mit Papier gehört bei TRIXI GRONAU zur eigenen handwerklichen Geschichte. Corinna Gronau ist in der Druckerei ihrer Eltern mit Papier aufgewachsen und beschreibt sich selbst als haptischen Menschen. Viele Eigenschaften eines Bogens lassen sich bereits über die Hand wahrnehmen: Stärke, Volumen, Festigkeit und Oberflächenstruktur.
Diese Erfahrung prägt auch die heutige Auswahl. Ein Papier kann glatt, weich, fest, offen, strukturiert oder voluminös wirken. Erst zusammen mit Druckfarbe, Prägung, Handschrift oder Bindung zeigt sich, ob es für die geplante Arbeit wirklich passt.
Die Grammatur bezeichnet das Flächengewicht eines Papiers in Gramm pro Quadratmeter. Ein Papier mit 300 g/m² wiegt also 300 Gramm pro Quadratmeter.
Für die praktische Beurteilung ist diese Angabe wichtig, aber nicht ausreichend. Zwei Papiere mit gleicher Grammatur können unterschiedlich dick und steif sein. Für Visitenkarten verwendet TRIXI GRONAU meist kräftige Papiere ab etwa 300 g/m². Entscheidend bleibt aber, wie das Papier als Ganzes wirkt.
Volumen beschreibt vereinfacht, wie viel Dicke und Körper ein Papier im Verhältnis zu seinem Gewicht besitzt. Ein voluminöses Papier kann sich kräftiger anfühlen, obwohl seine Grammatur nicht höher ist als die eines kompakteren Papiers.
Gerade für Letterpress und Prägungen kann ein weicheres, voluminöses Papier interessant sein, weil es auf Druck anders reagiert als ein sehr dichtes und hartes Material.
Die Oberfläche beeinflusst sowohl die optische Wirkung als auch das Druckergebnis. Glatte Papiere verhalten sich anders als stark strukturierte Sorten. Zu den von Corinna genannten Oberflächen gehören zum Beispiel Hammerschlag und Leinenstruktur.
Auch die Papierfarbe gehört zur Oberflächenwirkung. Weiß, Creme, kräftige Farben, Neon oder glitzernde Papiere können eine Gestaltung grundlegend verändern. Für Einladungen arbeitet TRIXI GRONAU deshalb gern auch mit farbigen Papieren sowie Glitzer- oder Neonwirkungen.
Gestrichene Papiere besitzen eine veredelte Oberfläche, die meist geschlossener und glatter wirkt. Ungestrichene Naturpapiere fühlen sich offener und papieriger an.
Welche Variante geeigneter ist, hängt von der Anwendung ab. Für Prägungen bevorzugt TRIXI GRONAU weiche, voluminöse und ungestrichene Natur- oder Baumwollpapiere. Beim <a href="/wissen/reliefdruck-thermografie/">Reliefdruck</a> sind eher glatte Oberflächen vorteilhaft. Für Handschrift und Füllhalter muss zusätzlich geprüft werden, wie die Oberfläche Tinte aufnimmt.
Papierfasern richten sich bei der Herstellung überwiegend in eine Richtung aus. Diese Laufrichtung beeinflusst, wie sich Papier biegen, falzen, nuten und verarbeiten lässt.
In der Praxis ist die Laufrichtung deshalb sowohl für Druckarbeiten als auch für das Nuten und für buchbinderische Verarbeitung wichtig. Ein Bogen lässt sich in Laufrichtung mit weniger Widerstand biegen. Auch ein Riss verläuft in Laufrichtung gerader und glatter.
TRIXI GRONAU nutzt dafür drei einfache praktische Prüfungen.
Der Bogen wird vorsichtig in beide Richtungen gebogen. In Laufrichtung gibt das Papier leichter nach und zeigt weniger Widerstand.
Ein Riss verläuft in Laufrichtung gerader und glatter. Quer zur Faser wirkt die Reißkante unruhiger.
Wird ein kleines Papierstück angefeuchtet, wölbt es sich quer zur Faser. Auch dadurch lässt sich die Laufrichtung bestimmen.
Diese einfachen Prüfungen sind besonders hilfreich, wenn die Richtung auf einem zugeschnittenen Bogen nicht mehr markiert ist.
Für Letterpress bevorzugt TRIXI GRONAU Papiere mit hohem Baumwollanteil und viel Volumen. Das Papier soll die Druckwirkung aufnehmen können und gleichzeitig zur Gestaltung passen.
Beim modernen Letterpress kann eine leichte bis deutlich fühlbare Vertiefung bewusst Teil des Entwurfs sein. Ein weiches und voluminöses Papier unterstützt diese Wirkung besser als ein sehr hartes, kompaktes Material.

Für Prägungen sind weiche, voluminöse und ungestrichene Natur- oder Baumwollpapiere besonders interessant. Sie können den Druck einer Prägeform gut aufnehmen.
Bei <a href="/wissen/heissfolienpraegung/">Heißfolienprägungen</a> kommt zusätzlich die Oberfläche ins Spiel. Strukturen, Beschichtungen oder bereits veredelte Oberflächen können die saubere Übertragung einer Folie erschweren. Deshalb gehört eine Probeprägung immer zur Materialentscheidung.
Für <a href="/wissen/reliefdruck-thermografie/">Reliefdruck beziehungsweise Thermografie</a> bevorzugt TRIXI GRONAU eher glatte Papieroberflächen. Die erhabene Farbschicht soll geschlossen und klar stehen können. Stark strukturierte Papiere können bei feinen Schriften und Linien anspruchsvoller sein.
Handsiebdruck kann besonders auf dunklem Papier sehr wirkungsvoll sein. Die Wahl hängt dabei von Papierfarbe, Oberfläche und eingesetzter Siebdruckfarbe ab. Wie bei anderen handwerklichen Verfahren muss das Material zur Gestaltung und zur gewünschten Farbwahrnehmung passen.

Bei Briefkarten und persönlicher Papeterie ist nicht nur das Druckverfahren wichtig. Das Papier muss auch zur späteren Nutzung passen.
Briefkarten können weiß oder cremefarben, glatt oder strukturiert sein. Entscheidend ist, dass sie sich gut mit Tinte beschreiben lassen. Bei beschichteten Papieren kann das problematisch werden. Tinte sollte weder stark ausfransen noch verlaufen oder unerwünschte Bläschen bilden.
Für Ziehfedern kann Zeichentusche wie Scriptol eingesetzt werden. Diese ist jedoch nicht für Füllhalter bestimmt. Papier und Schreibmittel müssen deshalb immer gemeinsam beurteilt werden.
Büttenpapier gehört zu den Papieren, mit denen Corinna Gronau schon früh persönliche Erfahrungen gesammelt hat. Gemeinsam mit ihrer Mutter besuchte sie die Papierfabrik Gmund am Tegernsee und schöpfte dort selbst Papier. In Erinnerung geblieben sind ungewöhnliche Bestandteile wie Bier, Streublumen und Hanffasern.
Auch echtes Büttenpapier von Römerturm spielte früher eine wichtige Rolle. Büttenpapier steht damit im TG Glossar nicht nur für eine Papierart, sondern auch für die Verbindung von Materialwissen, Handwerk und eigener Erfahrung.
Zu den von Corinna besonders geschätzten Papieren gehört Precioso von Römerturm. Darüber hinaus verwendet und berücksichtigt TRIXI GRONAU Papiere von Fedrigoni, Römerturm, Michaelis & Co. und MetaPaper. Karten und Umschläge von Crown Mill sind Teil der dokumentierten Papierpraxis. Gmund gehört durch die persönliche Papiergeschichte ebenfalls zu den prägenden Namen.
Die Papiere aus den Sortimenten der genannten Hersteller gehören zur heutigen Papierpraxis von TRIXI GRONAU. Fedrigoni, Römerturm, Michaelis & Co., MetaPaper, Crown Mill und Gmund können deshalb als aktuell verwendete Papierquellen genannt werden. Eine einzelne Sorte muss nicht als alleiniger Standard hervorgehoben werden, weil die Auswahl je nach Anwendung, Farbe, Oberfläche und Druckverfahren wechselt.
Bei einer Karte endet die Gestaltung nicht am Kartenrand. Papierfarbe, Grammatur, Oberfläche und Haptik des Umschlags beeinflussen den Gesamteindruck ebenso wie die Karte selbst.
Für TRIXI GRONAU werden Karte und Umschlag deshalb als zusammengehörige Gestaltungselemente betrachtet. Crown Mill ist ein Beispiel für Karten und Umschläge, die in diesem Zusammenhang verwendet wurden.
Die Papierwahl ist immer vom Verfahren abhängig. Eine Sorte, die sich für Letterpress sehr gut eignet, muss nicht automatisch die beste Wahl für Reliefdruck oder Handschrift sein.
Als Orientierung aus der TRIXI GRONAU Praxis gilt:
Viele Druck- und Veredelungsverfahren lassen sich erst verstehen, wenn auch das Material betrachtet wird. Druckfarbe, Prägefolie, Klischee oder Druckform wirken nie unabhängig vom Papier.
Papierkunde verbindet deshalb die Themen <a href="/wissen/buchdruck-letterpress/">Buchdruck</a>, <a href="/wissen/offsetdruck/">Offsetdruck</a>, <a href="/wissen/reliefdruck-thermografie/">Reliefdruck</a>, Siebdruck, <a href="/wissen/blindpraegung/">Blindprägung</a>, <a href="/wissen/heissfolienpraegung/">Heißfolienprägung</a>, Kalligraphie und Buchbinderei. Sie erklärt, warum ein technisch korrektes Verfahren auf zwei verschiedenen Papieren vollkommen unterschiedlich wirken kann.
Nein. Grammatur ist nur ein Merkmal. Volumen, Oberfläche, Faserstruktur, Farbe und die Eignung für die geplante Verarbeitung sind ebenso wichtig.
Weil Papier sich in und quer zur Faser unterschiedlich verhält. Das beeinflusst Biegen, Nuten, Falzen und buchbinderische Verarbeitung.
Mit Biegeprobe, Reißprobe oder Feuchtprobe. In Laufrichtung lässt sich Papier leichter biegen, ein Riss verläuft gerader und bei Feuchtigkeit wölbt sich das Papier quer zur Faser.
TRIXI GRONAU bevorzugt dafür einen hohen Baumwollanteil und viel Volumen. Das konkrete Papier wird immer zusammen mit Motiv, Druckform und gewünschter Druckwirkung ausgewählt.
Nein. Oberfläche und Beschichtung beeinflussen das Schreibverhalten. Deshalb sollte geprüft werden, ob Tinte sauber steht und weder ausfranst noch verläuft.
Das kann funktionieren, ist aber anspruchsvoller. Struktur und Beschichtung beeinflussen die Folienübertragung. Eine Probeprägung ist deshalb entscheidend.