TRIXI GRONAU Manufaktur · Wissen
Ein Name gehört zur Gestaltung des Tisches
Eine Tischkarte hat zuerst eine praktische Aufgabe: Der Gast soll seinen Platz finden.
Für mich reicht das aber nicht.
Eine gute Tischkarte muss gleichzeitig Teil der Tischgestaltung sein. Papier, Schrift, Farbe, Format und mögliche Veredelungen sollten so selbstverständlich zum gedeckten Tisch gehören wie Geschirr, Gläser oder Blumen.

Wir haben Tisch- und Namenskarten für ganz unterschiedliche Anlässe angefertigt. Private Essen, Hochzeiten, Firmenveranstaltungen oder große Einladungen. Entscheidend war immer die jeweilige Gestaltung.
Unsere Tischkarten wurden vollständig von Hand beschriftet.
Das konnten klassische kleine Klappkarten sein oder kleine Anhänger, die in die Dekoration integriert wurden.

Die Namen erhielten wir in der Regel vorab als Liste. Danach wurde festgelegt, welche Schrift, welche Farbe und welches Kartenformat zum Anlass passten.
Bei aller Gestaltung war mir ein Punkt immer wichtig:
Der Name muss lesbar bleiben.
Ein Gast sollte sich nicht tief über den Tisch beugen müssen, um herauszufinden, ob er am richtigen Platz sitzt.
Die Papierfarbe wurde passend zur Tischdekoration ausgewählt.
Genauso konnte die Farbe der Schrift auf Einladung, Dekoration oder bei geschäftlichen Veranstaltungen auf die Corporate Identity abgestimmt werden.
Dadurch wurde die Tischkarte nicht zu einem nachträglich dazugestellten Schild, sondern zu einem Teil des gesamten Konzepts.
Tischkarten konnten zusätzlich veredelt werden.
Wir haben Karten mit Heißfolie geprägt oder kleine Applikationen ergänzt.
Gerade bei einem kleinen Format braucht es oft nicht viel. Ein einziges Detail kann ausreichen, um die Karte mit der übrigen Gestaltung zu verbinden.
An einen Auftrag erinnere ich mich besonders gern.
Zu einem Gänseessen stand vor jedem Gast eine kleine Porzellangans.
Wir haben dafür kleine Anhänger von Hand mit den jeweiligen Namen beschriftet und diese um den Hals der Gänse gebunden.

So stand die Tischkarte nicht einfach vor dem Teller. Sie wurde selbst Teil der Dekoration.
Dieses Beispiel zeigt für mich sehr schön, wie Funktion und Gestaltung zusammenkommen können.
Bei größeren Veranstaltungen haben wir nicht nur die einzelnen Tischkarten geschrieben.
Für einen großen Hamburger Caterer haben wir auch Tischpläne kalligraphisch umgesetzt.
Dabei mussten Tischplan und einzelne Namenskarten gestalterisch zusammengehören, damit sich die Gäste schnell orientieren konnten.
Konkrete Veranstaltungen oder Gäste gehören dabei nicht in die Öffentlichkeit. Entscheidend ist das handwerkliche Prinzip dahinter.
Bei Veranstaltungen kann sich immer etwas ändern.
Deshalb haben wir zusätzlich Blankokarten mitgegeben.
Wenn wir die verwendete Tinte oder den passenden Faserstift zur Verfügung hatten, haben wir auch diese mitgegeben oder ausgeliehen.
So konnte kurzfristig ein Name ergänzt oder eine Karte ersetzt werden, ohne dass sie anders aussah als die übrigen.
Für mich gehört das genauso zum Auftrag wie das Schreiben selbst.
Eine Tischkarte darf schön sein. Aber sie muss auch funktionieren.
Der Gast muss seinen Namen erkennen, seinen Platz finden und gleichzeitig soll sich die Karte selbstverständlich in die Tischgestaltung einfügen.
Wenn beides zusammenkommt, ist die Tischkarte nicht nur Orientierung, sondern Teil des gedeckten Tisches.