TRIXI GRONAU Manufaktur · Wissen

Skivertex und Pellaq

Bezugsmaterialien, die sich im Gebrauch bewähren müssen

Bei Büchern, Alben oder Mappen ist für mich nicht nur wichtig, wie ein Bezugsmaterial aussieht.

Es muss sich gut verarbeiten lassen, angenehm in der Hand liegen und auch nach häufiger Benutzung noch gut aussehen.

Deshalb arbeiten wir in unserer Manufaktur seit vielen Jahren sehr gern mit Skivertex und Pellaq.

Beide Materialien gibt es in einer großen Auswahl an Farben und Oberflächen. Sie können glatt und zurückhaltend wirken oder durch ausgeprägte Strukturen sehr nah an die Optik von Leder herankommen.

Für uns werden Skivertex und Pellaq in der Verarbeitung grundsätzlich gleich behandelt.

FABIA Fotoalbum 30 x 30 cm in Lila, bezogen mit Lizard-geprägtem Bezugsmaterial

Was sind Skivertex und Pellaq?

Skivertex und Pellaq sind beschichtete Bezugsmaterialien auf Papierbasis.

Ihre Oberflächen können unterschiedliche Lederstrukturen nachbilden, von sehr fein und ruhig bis deutlich genarbt oder exotisch geprägt.

Dunkle Materialfläche mit feiner perlartiger Prägung, darauf das Etikett Pellaq by Skivertex

Gerade diese Vielfalt macht sie für mich interessant.

Ich kann für einen Entwurf nicht nur eine Farbe wählen, sondern zugleich entscheiden, welche Oberfläche und Haptik dazu passen.

Das Material wird damit selbst Teil der Gestaltung.

Wofür wir Skivertex und Pellaq verwenden

Bei uns werden diese Materialien vor allem für buchbinderische Arbeiten eingesetzt.

Wir verwenden sie für Bücher, Fotoalben, Notizbücher, Cover von Blöcken, Mappen und kleine Briefhüllen.

Das Bezugsmaterial wird auf die vorbereitete Buchpappe beziehungsweise den jeweiligen Träger aufgezogen und um die Kanten gearbeitet.

Gerade bei Büchern und Alben ist wichtig, dass sich das Material sauber verarbeiten lässt und gleichzeitig genügend Widerstandsfähigkeit für den späteren Gebrauch besitzt.

Warum ich diese Materialien häufig lieber mag als Leinen

Viele klassische Buchbindereien verwenden für Bücher, Mappen oder Speisekarten gern Leinen oder marmoriertes Papier.

Ich persönlich mag das für viele Anwendungen weniger.

Gerade bei Dingen, die häufig in die Hand genommen werden, sieht man den Unterschied schnell.

Man kennt es zum Beispiel von Speisekarten in Restaurants mit Leinenbezug. Nach häufiger Benutzung können die Kanten dunkel werden und die Oberfläche wirkt schnell abgegriffen.

Skivertex und Pellaq sind für solche Anwendungen wesentlich unempfindlicher.

Skivertex lässt sich bei Bedarf vorsichtig mit einem leicht feuchten Tuch abwischen.

Gerade bei Dingen, die regelmäßig benutzt werden, ist das für mich ein großer Vorteil.

Ein Bezugsmaterial muss für mich nicht nur gut aussehen. Es muss sich auch im Gebrauch bewähren.

Von ruhig bis außergewöhnlich

Die Auswahl an Farben und Strukturen ist groß.

Es gibt sehr ruhige Oberflächen, die sich im Hintergrund halten, aber ebenso ausgeprägte Lederstrukturen.

Croco-, Galluchat-, Echsen- oder andere exotisch anmutende Prägungen können einem Buch oder Album einen vollkommen anderen Charakter geben.

Übereinanderliegende Bahnen strukturierten Bezugsmaterials mit reptilartiger Prägung in Weiß, Gelb, Rot, Pink, Braun, Grün, Blau und Schwarz

Pellaq bietet ebenfalls solche markanten Oberflächen und wird bei uns grundsätzlich genauso verarbeitet wie Skivertex.

Dabei entscheide ich nie nur nach dem Muster.

Farbe, Oberfläche, späterer Inhalt und Veredelung müssen zusammenpassen.

Prägen auf Skivertex und Pellaq

Für unsere Arbeit ist besonders wichtig, dass sich die Materialien gut mit Prägungen kombinieren lassen.

Wir arbeiten je nach Gestaltung mit Heißfolienprägung oder Blindprägung.

Dabei gilt dieselbe Regel wie bei anderen Materialien:

Nicht jede Folie steht auf jeder Oberfläche gleich sauber.

Je stärker die Struktur ist, desto wichtiger wird die Probeprägung.

Vor der eigentlichen Produktion prüfen wir deshalb, wie sich Folie, Temperatur, Druck und Oberfläche miteinander verhalten.

Die Prägung soll klar und deutlich sein, ohne dass das Material unnötig stark verformt wird.

Manchmal drucken wir auch darauf

Skivertex und Pellaq müssen nicht ausschließlich geprägt werden.

Je nach Gestaltung drucken wir auch direkt auf das Bezugsmaterial.

Dabei muss vorher geprüft werden, wie die jeweilige Oberfläche die Druckfarbe annimmt und ob feine Details sauber dargestellt werden können.

Eine glatte Oberfläche verhält sich anders als eine stark geprägte.

Auch hier entscheidet deshalb nicht allein die Gestaltung, sondern immer die Verbindung von Gestaltung und Material.

Kleine Briefhüllen

Besonders gern mag ich kleine Briefhüllen aus diesen Bezugsmaterialien.

Sie haben mehr Stand als eine gewöhnliche Papierhülle und fühlen sich gleichzeitig ganz anders an.

Durch Farbe und Struktur können sie Teil einer gesamten Gestaltung werden und beispielsweise auf eine Einladung oder Karte abgestimmt werden.

Gerade bei solchen kleinen Sonderanfertigungen zeigt sich für mich, wie viel ein Material zur Wirkung beitragen kann.

Nicht Leder und trotzdem eine eigene Qualität

Skivertex und Pellaq sind kein echtes Leder.

Und ich würde sie auch nicht einfach als Ersatz dafür betrachten.

Leder besitzt seine eigene Oberfläche, Haptik und Patina.

Die Stärke dieser Bezugsmaterialien liegt woanders.

Sie sind gleichmäßiger, in vielen Farben und Strukturen erhältlich und lassen sich sehr gezielt für einen Entwurf auswählen und verarbeiten.

Das macht sie für unsere Arbeit so interessant.

Das Material muss zur Gestaltung passen

Ich mag Materialien mit Charakter.

Aber auch hier gilt für mich:

Nicht die ausgeprägteste Struktur und nicht die auffälligste Farbe sind automatisch die beste Wahl.

Bei einem ruhigen Notizbuch kann eine feine Oberfläche genau richtig sein.

Bei einem Album darf eine Croco-, Galluchat- oder Echsenstruktur wesentlich stärker auftreten.

FABIA Fotoalbum 30 x 30 cm in Rot, bezogen mit Lizard-geprägtem Bezugsmaterial

Und sobald geprägt oder gedruckt werden soll, muss die Oberfläche so gewählt sein, dass Schrift oder Motiv klar zur Geltung kommen.

Das Material soll die Gestaltung unterstützen und nicht mit ihr konkurrieren.