TRIXI GRONAU Manufaktur · Wissen
In unserer Manufaktur entstehen viele Arbeiten in Handarbeit. Trotzdem bedeutet Handarbeit nicht, dass ausschließlich mit einfachen Handwerkzeugen gearbeitet wird. Für präzises Prägen, Schneiden, Pressen, Bohren, Ösen, Buchbinden oder Siebdrucken braucht es Maschinen, die bestimmte Arbeitsschritte ermöglichen oder erleichtern.
Einige unserer Maschinen begleiten unsere Familie bereits seit der Zeit meiner Eltern. Andere habe ich später angeschafft, weil sie bestimmte Arbeiten einfacher oder präziser machen. Dabei ersetzt eine Maschine nicht das handwerkliche Arbeiten. Sie unterstützt es.
Entscheidend bleibt, wie ein Werkstück eingerichtet, positioniert und bearbeitet wird. Viele Einstellungen nehme ich selbst vor und auch bei Maschinen sind Erfahrung und ein Gefühl für Material, Druck und Position unverzichtbar.
Für Prägungen arbeiten wir unter anderem mit einer Baier Prägepresse und einer Schmedt Prägepresse beziehungsweise Schmedt Prägnant.
Die Baier Prägepresse stammt noch aus dem Betrieb meiner Eltern und wird bis heute verwendet. Sie besitzt einen Folienvorschub. Das ist besonders praktisch, wenn mehrere gleiche oder ähnliche Prägungen hintereinander ausgeführt werden sollen.
Bei der Baier liegt das zu prägende Werkstück flach unten auf dem Presstisch.
Die Schmedt Presse habe ich später dazugekauft. Bei ihr liegt das Werkstück während der Arbeit direkt vor mir. Besonders bei Büchern empfinde ich diese Arbeitsposition als angenehm, weil ich das zu prägende Stück unmittelbar vor mir sehe und ausrichten kann.
Keine der beiden Pressen ersetzt die andere. Beide haben für unterschiedliche Arbeiten ihre Berechtigung.
Vor einer Prägung richte ich die Maschine selbst ein.
Dazu gehören insbesondere:
Bei der Heißfolienprägung müssen darüber hinaus Folie, Material und Werkzeug zueinander passen.
Im allgemeinen technischen Zusammenhang wird außerdem die Kontakt- beziehungsweise Prägezeit genannt, weil auch sie das Ergebnis beeinflussen kann.
Eine Prägung entsteht deshalb nicht allein dadurch, dass ein Werkstück in eine Presse gelegt wird. Erst durch das genaue Einrichten lässt sich bestimmen, wo das Motiv sitzt und wie sauber es übertragen wird.
Bei neuen Materialien oder Motiven gehört eine Probe für mich selbstverständlich zum Arbeitsablauf.
Für das Herstellen von Buchdecken verwenden wir eine Maschine von Opus.
Die Buchdecke entsteht dabei weiterhin von Hand. Die Maschine unterstützt mich bei mehreren präzisen Arbeitsschritten.
Buchpappe und Bezugsmaterial können exakt positioniert werden. Außerdem gibt es eine Vorrichtung, mit der die Ecken des Bezugsmaterials sauber abgeschnitten werden können.
Besonders wichtig ist die Vorrichtung zum Einschlagen des Bezugsmaterials. Die überstehenden Ränder des Bezuges werden um die Buchpappe gelegt und anschließend angepresst.
So unterstützt die Maschine den manuellen Aufbau einer Buchdecke, ohne die eigentliche handwerkliche Arbeit zu ersetzen.
In der Buchbinderei gehören Pressen seit jeher zu den klassischen Arbeitsmitteln.
Wir arbeiten unter anderem mit einer Stockpresse und einer alten Spindelpresse.
Die Spindelpresse stammt ebenfalls aus dem Betrieb meiner Eltern. Sie ist eine schwere klassische Buchpresse und wird zum Pressen von Büchern eingesetzt.
Über die Gewindespindel wird gleichmäßiger Druck auf das eingelegte Werkstück ausgeübt.
Solche Pressen zeigen besonders gut, dass manche Werkzeuge und Maschinen über Generationen hinweg verwendet werden können. Ihre technische Aufgabe hat sich nicht verändert: Ein Buch oder ein anderes gebundenes Werkstück soll ruhig, gleichmäßig und kontrolliert gepresst werden.
Für größere Schneidearbeiten verwenden wir einen elektrischen Stapelschneider von Ideal.
Damit schneiden wir:
Für einzelne Bögen und besonders kleine oder sehr genaue Arbeiten verwende ich außerdem einen Rollenschneider von Bacher.
Dieser Rollenschneider stammt aus der Zeit meines Vaters. Er wurde ursprünglich zum Schneiden von Filmen verwendet. Heute nutze ich ihn für einzelne Bögen und Arbeiten, bei denen ein sehr exakter kleiner Schnitt erforderlich ist.
Zusätzlich haben wir einen größeren Rollenschneider. Ihn verwende ich unter anderem für Bezugsstoffe, die von der Rolle kommen.
Je nach Material, Format und Aufgabe ist deshalb ein anderes Schneidewerkzeug sinnvoll.
Auch unsere Papierbohrmaschine stammt aus dem Betrieb meiner Eltern.
Ich verwende sie heute unter anderem für die Einlagen unserer Fotobücher Calla, Isa und Sabrina sowie für Geschenkanhänger.
Eine Papierbohrmaschine ermöglicht saubere Bohrungen durch Papier beziehungsweise mehrere übereinanderliegende Lagen. Gerade bei wiederkehrenden Positionen und mehreren Einlagen ist das wesentlich präziser als eine einfache Lochung von Hand.
Mit unserer Eckrundstanze können rechtwinklige Ecken gleichmäßig abgerundet werden.
Wir verwenden sie beispielsweise für:
Auch diese Maschine stammt noch aus dem Betrieb meiner Eltern.
Eine Rundung verändert nicht nur das Aussehen. Abgerundete Ecken können bei bestimmten Produkten auch angenehmer in der Hand liegen und sind weniger empfindlich als sehr spitze Kartonecken.
Zur Ausstattung unserer Buchbinderei gehört außerdem eine Lederschärfmaschine.
Dazu kommt eine Schwenkarmstanze, die allgemein auch als Stanzpresse bezeichnet wird. Für die eigentliche Herstellung eines Buches wird sie nicht benötigt. Sie kommt bei anderen Arbeiten zum Einsatz, bei denen Materialien oder Formen ausgestanzt werden müssen. Material und Stanzform werden dabei in der Presse exakt positioniert. Ausführlicher ist das im Glossar auf der Seite Stanzen beschrieben.
Für das Nuten arbeite ich heute mit einer elektrischen Nutmaschine. Nuten und Falzen haben im Glossar eine eigene Seite, dort ist der Arbeitsablauf ausführlich beschrieben.
Eine unserer älteren Maschinen ist die Ösmaschine.
Meine Eltern verwendeten sie früher unter anderem für Kofferanhänger, die sie für ein Reisebüro gedruckt hatten. Die Anhänger wurden nach dem Drucken geöst.
Heute benutze ich dieselbe Maschine für unsere Geschenkverpackungen.
Dabei wird der Verschluss geöst. Anschließend ziehe ich Geschenkband durch die Öse.
Die Maschine hat damit über die Jahre eine andere Aufgabe bekommen, ist aber weiterhin Teil unserer täglichen handwerklichen Arbeit.
Der Siebdruck benötigt eine eigene Ausstattung.
Zu unseren Arbeitsmitteln gehören unter anderem:
Mit dem Rakel wird die Farbe über das Sieb geführt und durch die offenen Bereiche der Schablone auf das darunterliegende Material gedrückt.
Ein Hordenwagen bietet Platz für die frisch bedruckten Werkstücke, damit sie getrennt voneinander trocknen können.
Der Flashtrockner unterstützt das Zwischentrocknen beziehungsweise Trocknen bedruckter Materialien.
Das Siebdruckkarussell hilft dabei, Siebe und Werkstücke für die einzelnen Druckvorgänge zu positionieren.
Auch beim Siebdruck ist die Maschine beziehungsweise die technische Ausstattung nur ein Teil des Prozesses. Farbe, Sieb, Schablone, Rakel, Material und Druckbewegung müssen zusammenpassen.
Zum vorhandenen Letterpress Bestand gehören vorwiegend Bleilettern und Klischees, aber auch Holzbuchstaben.
Ein großer Teil dieses Materials stammt noch aus der Zeit meiner Eltern.
Die einzelnen Lettern können von Hand zu Wörtern und Zeilen zusammengesetzt werden. Klischees werden dagegen für feste Motive, Schriftzüge oder grafische Elemente verwendet.
Gedruckt wird im Atelier mit einem Boston Tiegel, einer Tiegeldruckpresse für den handwerklichen Buchdruck. Die druckenden Elemente werden in der Presse eingerichtet, die Farbwalzen verteilen die Druckfarbe auf den erhöhten Flächen und das Papier wird gegen die eingefärbte Druckform gepresst. Ausführlicher ist das im Glossar auf der Seite Buchdruck und Letterpress beschrieben.
Holzbuchstaben und Prägebuchstaben werden leicht verwechselt, es sind aber zwei verschiedene Dinge. Holzbuchstaben gehören zu unserem Buchdruckbestand, sie werden eingefärbt und auf das Papier gedruckt. Prägebuchstaben gehören zur Prägung, sie werden mit Druck und Wärme in das Material geprägt und für Namen und Initialen zusammengesetzt. Mehr dazu steht auf der Seite Klischees.
Diese alten Bestände sind für mich nicht nur historische Werkzeuge. Sie können bis heute tatsächlich eingesetzt werden.
Gerade beim Letterpress wird sichtbar, wie unmittelbar sich traditionelle Drucktechnik und heutige Gestaltung verbinden können.
Neben den größeren Maschinen gehören zahlreiche kleinere Werkzeuge zum Arbeitsalltag.
Dazu zählen unter anderem:
Das Falzbein gehört ebenfalls zu den klassischen Werkzeugen unserer Arbeit. Es wird im Glossar jedoch ausführlicher im Zusammenhang mit Nuten und Falzen behandelt.
Einige Werkzeuge wirken unscheinbar, sind aber für präzises Arbeiten unverzichtbar. Ein Winkel sorgt beispielsweise für eine genaue Ausrichtung, Abstandshalter helfen beim gleichmäßigen Positionieren und Magnete können Materialien während eines Arbeitsschrittes beschweren beziehungsweise an ihrem Platz halten.
Ein besonderer Teil unserer Werkstattausstattung stammt noch aus dem Betrieb meiner Eltern.
Dazu gehören unter anderem:
Ich arbeite damit nicht, weil sie alt sind, sondern weil sie ihre Aufgabe weiterhin zuverlässig erfüllen.
Daneben stehen neuere Maschinen wie die Schmedt Prägepresse oder die Opus Maschine. So besteht unsere Werkstatt nicht aus einer historischen Sammlung, sondern aus Arbeitsmitteln verschiedener Generationen, die je nach Aufgabe eingesetzt werden.
Für mich ist genau diese Mischung selbstverständlich. Ich habe viele handwerkliche Abläufe im elterlichen Betrieb kennengelernt und später mit eigenen Maschinen und Arbeitsweisen ergänzt.
Bei vielen unserer Arbeiten entscheidet der Mensch über das Ergebnis.
Eine Prägepresse kann Druck ausüben, aber sie entscheidet nicht über die richtige Position, Temperatur oder Materialkombination.
Eine Schneidemaschine kann Papier exakt schneiden, aber Format und Anlage müssen vorher festgelegt werden.
Eine Buchpresse erzeugt Druck, aber das Buch muss zuvor richtig aufgebaut und eingelegt werden.
Beim Siebdruck bewegt sich der Rakel nicht von allein in der richtigen Weise über das Sieb.
Maschinen und Werkzeuge sind deshalb Teil des Handwerks. Sie ermöglichen bestimmte Arbeitsschritte, aber Erfahrung, Vorbereitung und Kontrolle bleiben entscheidend.
Unsere Werkstatt ist über viele Jahre gewachsen.
Einige Maschinen waren bereits Teil des Betriebes meiner Eltern. Andere habe ich später ergänzt, weil sich Produkte, Materialien und Arbeitsweisen verändert haben.
So stehen heute traditionelle Buchbinderwerkzeuge und alte Pressen neben moderneren Maschinen für Prägung, Coverherstellung und Siebdruck.
Was sie miteinander verbindet, ist ihre Aufgabe: Sie sollen mir helfen, Materialien präzise zu bearbeiten und Arbeiten so umzusetzen, wie ich sie entworfen habe.
Für mich sind Maschinen dabei keine Gegenwelt zur Handarbeit. Sie gehören zur Handarbeit dazu.
Nein. Ein Teil unserer Maschinen stammt noch aus dem Betrieb meiner Eltern und wird bis heute verwendet. Daneben arbeiten wir auch mit später angeschafften Maschinen.
Wir arbeiten unter anderem mit einer Baier Prägepresse und einer Schmedt Prägepresse beziehungsweise Schmedt Prägnant. Die Baier besitzt einen Folienvorschub und eignet sich besonders für wiederkehrende Prägungen. Bei der Schmedt liegt das Werkstück während der Arbeit direkt vor mir.
Nein. Die Buchdecke entsteht von Hand. Die Opus Maschine unterstützt unter anderem beim Positionieren, beim Schneiden der Ecken sowie beim Einschlagen und Anpressen des Bezugsmaterials.
Wir verwenden unseren elektrischen Ideal Stapelschneider für Papier, Karton und Buchpappe.
Früher verwendeten meine Eltern sie unter anderem für gedruckte Kofferanhänger. Heute nutze ich sie bei Geschenkverpackungen: Der Verschluss wird geöst und Geschenkband durch die Öse gezogen.
Ja. Im Letterpress Bestand befinden sich vorwiegend Bleilettern und Klischees aus der Zeit meiner Eltern sowie Holzbuchstaben. Diese Werkzeuge können weiterhin für Druckarbeiten verwendet werden.