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DRUCK ATELIER › BUCHBINDEREI & WEITERVERARBEITUNG
BUCHBINDEREI & WEITERVERARBEITUNG
Vom bedruckten Bogen zum fertigen Objekt
Schneiden, rillen, falzen, binden, beziehen, stanzen. Was bei uns gedruckt wird, verlässt das Atelier als fertiges Stück.
Unsere Wurzeln in der Buchbinderei
Druck und Buchbinderei gehören seit 1963 zur Geschichte unserer Familie.
Elsbeth Gronau, Corinnas Mutter, war gelernte Buchbinderin, ihr Vater Drucker. Beide Handwerke standen von Anfang an im selben Betrieb nebeneinander, und sie wurden zusammen gedacht. Heute wird das in dritter Generation weitergeführt.
Vieles davon ist nicht aus Büchern gelernt, sondern in der Werkstatt weitergegeben worden: wie ein Buchblock gerade eingehängt wird, wie viel Leim eine Decke verträgt, warum die Laufrichtung des Papiers über das fertige Buch entscheidet.

Elsbeth Gronau bei der buchbinderischen Arbeit im Atelier. Als gelernte Buchbinderin gab sie ihr handwerkliches Wissen innerhalb der Familie weiter.
Handwerk, das im Haus geblieben ist
Die Werkzeuge sind zum Teil dieselben geblieben. Buchpresse, Falzbein, Leimpinsel, dazu die Maschinen für Schnitt, Nut und Ecke. Was sich geändert hat, sind die Aufträge: heute sind es meist Einzelstücke und kleine Serien, nicht mehr die große Auflage.
Vom Bogen zum fertigen Objekt
Gedruckt ist ein Bogen erst halb fertig.
Ein Bogen aus der Presse ist noch kein Buch und keine Karte. Er muss auf Format gebracht, gerillt, gefalzt, gebunden und sauber beschnitten werden. Diese Schritte machen wir im eigenen Haus, an der Werkbank und an den Maschinen, geführt von Hand.

1 SCHNEIDEN
Papier, Pappe und Bezugsmaterial werden auf Format gebracht. Die Laufrichtung wird dabei mitgedacht, sie entscheidet, wie das fertige Stück später liegt.

2 RILLEN UND NUTEN
Damit ein Karton bricht, ohne zu reißen, bekommt er vorher eine Nut. Klappkarten und Präsentationsmappen laufen alle darüber.

3 FALZEN
Der Bruch wird mit dem Falzbein nachgezogen. Früher war es aus Knochen, heute aus Teflon, gearbeitet wird damit wie eh und je von Hand.

4 BOHREN
Löcher für Ringbücher, Mappen, Bänder und Anhänger werden gebohrt, nicht gestanzt. Auch im dicken Stapel bleibt die Kante sauber.

5 DECKEN MACHEN
Die Buchpappe wird zugeschnitten, der Bezug eingeleimt und aufgezogen. Aus Pappe, Leim und Bezugsmaterial entsteht die Decke.

6 EINSCHLAGEN
Der Bezug wird über die Kanten geschlagen, die Ecken vorher ausgeschnitten. An den Ecken sieht man, ob eine Decke gut gemacht ist.

7 BINDEN UND MONTIEREN
Buchblock und Decke werden eingehängt und gepresst. Bei Alben und Mappen kommen Ösen, Schrauben oder Bänder dazu.

8 ECKEN RUNDEN
Runde Ecken sind nicht nur Optik. Sie stoßen sich weniger schnell ab. Karten, Anhänger und Buchdecken bekommen sie auf Wunsch.
Ein Schritt bekommt hier einen eigenen Abschnitt, weil sich damit am meisten machen lässt: das Stanzen.
Stanzen
Wenn die Form nicht rechteckig sein soll.
Gestanzt wird alles, was eine eigene Kontur bekommt: Anhänger, Ausschnitte, Etuis, runde Teile, Formen, die sich mit dem Messer nicht sauber schneiden lassen. Wir arbeiten dabei in Papier und Karton, in Pappe, in Bezugsmaterial und in Leder.
Für eine Form, die wiederkehrt, lassen wir nach unserer Zeichnung eine eigene Stanzform anfertigen. Danach lässt sich dieselbe Kontur beliebig oft herstellen, jedes Mal mit derselben Schnittkante.

Neongelbes Leder nach dem Stanzen. Was übrig bleibt, ist das Gegenstück der Form.
Die Kante entscheidet
Eine gestanzte Kante ist glatt und geschlossen, auch im Leder. Genau daran sieht man den Unterschied zu einer geschnittenen oder gerissenen Form. Deshalb stanzen wir auch kleine Stückzahlen, wenn die Kante sichtbar bleibt.

Eigene Stanzform nach unserer Zeichnung, hier für Tannenbäume aus rotem Leder.

Seepferdchen aus Leder: eine Kontur, die sich nicht schneiden lässt.

Runde Lederstücke, eingesetzt in die Fassung eines Taschenbutlers.
Materialien
Was in die Hand genommen wird, muss sich auch gut anfühlen.
Wir arbeiten mit Papier und Karton, mit Buchpappe, mit Bezugsmaterialien in vielen Farben und Oberflächen und mit Leder. Der Bestand liegt bei uns im Atelier, ausgesucht wird am Muster und nicht am Bildschirm.

Bezugsmaterial mit Prägung, hier ein Teil der Farbreihe.

Dieselbe Prägung, fertig aufgezogen auf einer Decke.

Materialbahnen am Arbeitsplatz, daneben die laufende Arbeit.
Was bei uns entsteht
Meist Einzelstücke und kleine Serien.

Bücher und NotizbücherVom Buchblock bis zur fertigen Decke, auch in eigenen Formaten.

Alben und EinbändeFotoalben, Gästebücher und Einbände, jeder in seinem Bezug.

Mappen und PapierarbeitenPräsentationsmappen, Klappkarten, Kuverts und Sonderformen.
Dazu kommen Arbeiten, die es nur einmal gibt. Die Memoiren eines Kunden haben wir mit einem passenden Lederumschlag gebunden. Solche Stücke werden vom fertigen Objekt her geplant: erst steht fest, was daraus werden soll, dann wird gedruckt.

„ZETTELKASTEN 2“: der zweite Band für denselben Kunden, in hellblauem Bezug gebunden.
Ein zweiter Band für denselben Kunden
Für einen Kunden ist eine Sammlung von Zitaten aus seinem Leben entstanden, gedruckt und von Hand gebunden. Nach dem ersten Band kam der zweite: „ZETTELKASTEN 2 – oder, wie die Weisheit verkommt“. Solche Arbeiten wachsen mit dem, was der Kunde mitbringt, und werden von Mal zu Mal weitergeführt.
Druck und Buchbinderei zusammen gedacht
Beides steht bei uns im selben Haus. Das ändert die Reihenfolge.
Wer nur druckt, plant den Bogen. Wer auch bindet, plant das fertige Stück. Wir legen Format, Papier und Laufrichtung von Anfang an so an, dass sie zur Weiterverarbeitung passen. Das erspart die typischen Überraschungen am Ende.
Format
Das Endformat steht vor dem Druckbogen fest, nicht danach.
Papier
Ein Papier muss den Druck tragen und sich falzen lassen, ohne zu brechen.
Prägung
Blindprägung und Heißfolienprägung laufen vor dem Binden, nicht danach.
Verarbeitung
Nut, Bohrung, Ecke und Stanzform werden gleich mit eingeplant.
Auch interessant: Buchdruck und Letterpress · Heißfolienprägung
Bei TRIXI GRONAU
Eine eigene Manufaktur, keine große Fabrik.
Wir binden von Hand, in kleinen Stückzahlen und oft als Einzelstück. Große Industrieauflagen machen wir nicht. Dafür können wir Formate, Materialien und Verschlüsse frei wählen und ein Stück genau so bauen, wie es gebraucht wird.
Wenn etwas bei uns nicht sinnvoll herstellbar ist, sagen wir das vorher. Und wenn ein Weg besser ist als der ursprünglich gedachte, schlagen wir ihn vor.
Häufige Fragen
Können Sie auch ein einzelnes Buch binden?
Ja. Einzelstücke sind bei uns der Normalfall, nicht die Ausnahme. Ein einzelnes Album, ein einzelnes Buch oder eine einzelne Mappe sind möglich.
Können vorhandene Drucksachen weiterverarbeitet werden?
Ja. Bogen, die woanders gedruckt wurden, können wir schneiden, nuten, falzen, bohren und binden. Bitte vorher ein Muster zeigen, damit wir Papier und Laufrichtung prüfen können.
Welche Materialien können Sie beziehen?
Papier und Karton, Buchpappe, Bezugsmaterialien in vielen Farben und Oberflächen sowie Leder. Der Bestand liegt im Atelier und kann am Muster ausgesucht werden.
Können Sonderformen gestanzt werden?
Ja. Für eine Form, die wiederkehrt, lassen wir nach unserer Zeichnung eine eigene Stanzform anfertigen. Danach entsteht dieselbe Kontur mit derselben sauberen Kante.
Lassen sich Druck, Prägung und Buchbinderei in einem Projekt verbinden?
Ja, und genau dafür ist das Atelier eingerichtet. Gestaltung, Druck, Prägung und Weiterverarbeitung werden dann von Anfang an vom fertigen Objekt her geplant.
IHR PROJEKT
Sie haben ein Buch, ein Album, eine Mappe oder eine besondere Form im Kopf?
Schreiben Sie uns, was daraus werden soll. Wir sagen Ihnen, wie es sich bauen lässt, welches Material dazu passt und was dabei zu bedenken ist.